Westfälische Küche: Sauerländer Potthucke

Sauerländer Potthucke

Ein Klassiker aus dem Sauerland ist zweifelsohne die Potthucke! Mit diesem einfachen Rezept bringen wir das Sauerland zu Euch nach Hause.

In jeder Region gibt es Klassiker die man einfach nur in dieser Gegend wo man Sie kocht schätzt und liebt. So macht man in manchen Regionen eine Wissenschaft aus Spätzle oder aus Knödeln, in Hamburg hat jede Mutter ein anderes Labskaus Rezept, im Osten gibt es „tote Oma“ und in Hessen „Diebchen mit Duckefett“. All diese Rezepte sind aber mit dem älter werden der Generation die diese Rezepte noch häufig gekocht hat vom aussterben bedroht. Wir möchten diese Rezepte erhalten und für die Nachwelt im Internet „konservieren“ denn was einmal im Internet ist, bleibt auch im Internet!

Heute widmen wir uns einmal der westfälischen bzw. der sauerländischen Küche und machen einen echten Klassiker – Sauerländer Potthucke! Dieses Gericht was übersetzt so viel bedeutet wie „das was im Topf hockt“ wurde einst häufig von den Frauen der Bauern zubereitet und auf´s Feld zu den arbeitenden Männern gebracht. Es galt lange Zeit aufgrund der wenigen und günstigen Zutaten als „arme Leute essen“, heute findet man die „Potthucke“ wieder häufiger in sauerländer Restaurants (dann leicht veredelt) oder sauerländer Wandergasthöfen. Durch seine Beschaffenheit eignet sich die Potthucke besonders wenn man einmal für mehrere Tage kochen möchte. Am ersten Tag kann man Sie direkt aus dem Ofen nehmen, etwas auskühlen lassen und Sie dann mit etwas Schwarzbrot und Salat servieren. Am zweiten Tag kann man daumendicke Scheiben aus dem Laib Potthucke schneiden und Diese mit Butter in einer Pfanne anbraten. Auch kalt mit Rübenkraut oder Apfelmus wird die Potthucke gegessen. Der Name „das was im Topf hockt“ ist Programm und bedeutet das Ihr die Form in der die Potthucke sitzt gut einfettet. Am besten eignet sich nach unserer Erfahrung eine Kastenform aus Guss oder eine Brotbackform ohne Rillen.

Wir haben die Potthucke ganz klassisch auf Schwarzbrot mit einem Salat und Sauerrahm Dressing serviert und haben ein altes sauerländisches Rezept für unsere Hucke genommen. Nun ist es natürlich bei alten Rezepten so das es von Ort zu Ort und von Region zu Region unterschiedliche Rezepte für ein und das selbe Gericht gibt. Wenn Ihr also zufällig noch ein anderes Rezept für eine Potthucke kennt dann lasst es uns wissen und schreibt es in die Kommentare! Ansonsten legen wir Euch sehr das unten verlinkte Video ans Herz, hier zeigt Euch der „Schmackelhans Jupp“ wie man eine richtige Sauerländer Potthucke zubereitet!

Sauerländer Potthucke mit Schwarzbrot

By 1. November 2015

 


Zubereitung

Zur Potthucke:

Zunächst müsst Ihr 300 Gramm Kartoffeln kochen und diese danach pellen. Die restlichen 900 Gramm werden geschält und grob gerieben, idealerweise drückt Ihr die geriebenen Kartoffeln etas aus damit der Teig nicht zu flüssig wird. Die gekochten Kartoffeln werden nach dem pellen in einer Schüssel gestampft hierfür eignet sich ein Kartoffelstampfer oder eine Gabel, auch ein Holzlöffel mit breitem Kopf kann verwendung finden. Über den Kartoffelstampf gebt Ihr die saure Sahne, die Eier und das Kartoffelmehl. Alles zusammen verrührt Ihr zu einer geschmeidigen Masse. Nun gebt Ihr die geriebenen Kartoffeln (die Ihr vorher ausgedrückt habt) und die Zwiebel welche in feine Würfel geschnitten werden sollte dazu.

Alles zusammen wird nun mit etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuss abgeschmeckt, anschließend  müsst Ihr etwas Butter zerlassen und diese noch warm unter Euren Teig rühren, dabei ist darauf zu achten das Ihr zügig arbeitet ehe die Butter wieder fest wird. Anschließend stellt Ihr Euren Teig zur Seite und fettet eine Auflaufform ein, wie oben bereits gemerkt sollte das großzügig und gründlich geschehen da Ihr sonst gefahr lauft das Eure Potthucke sprichwörtlich "im Pott hockt". Die Form füllt Ihr etwa bis zur Hälfte mit Eurem Kartoffelteig, nun drückt Ihr 2 Mettwürstchen in die Füllung und bedeckt alles wieder mit Kartoffelteig bis Eure Form etwa zu 3/4 gefüllt ist.

Das ganze wird nun im Holzbackofen, indirekt auf dem Griill oder im Backofen bei Ober und Unterhitze bei 200 Grad etwa 1 Stunde gebacken. Ihr könnt Eure Potthucke nun direkt warm essen (bitte die Form vor dem Stürzen etwa 10 Minuten erkalten lassen da Eure Potthucke sonst beim stürzen brechen kann) oder Sie kalt werden lassen, in Scheiben schneiden und in Butter ausbraten. Dazu passt eine Scheibe Schwarzbrot mit ausgelassenem Speck.

Guten Appetit und nicht vergessen: bleibt neugierig auf´s Essen!


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