Westfälische Küche: Rollbraten und Oma´s Kartoffelsalat

Man sitzt im Sommer bei Oma im Garten, es gibt Pellkartoffeln mit Quark, Bratwurst, einen Braten und den weltbesten Kartoffelsalat! Spätestens jetzt fühlen sich viele an die „gute alte Zeit“ erinnert! Opa fuhr schon am frühen Morgen los und besorgte beim Metzger den vorbestellten Rollbraten während die Oma in der Küche bereits Kartoffeln kochte und den Kräuterquark zusammenrührte. Und während Opa schon den Rollbraten auf dem Drehspieß befestigte und sich dabei zusammen mit einem X-beliebigen Onkel ein-zwei Bierchen gönnte stand Oma weiter in der Küche:  denn der eigentliche „Star“ war aber wie immer der gute alte Kartoffelsalat. So standen zumindest in unserer Küche immer 3-4 Schüsseln, einmal der Kartoffelsalat ohne Zwiebeln, dann einer ohne Gurken, einer mit weniger Mayonnaise und ein weiterer der wirklich Oma´s Kartoffelsalat war – und der so schmeckte wie er musste. Nun macht man Oma natürlich keinen Vorwurf aufgrund der zahlreichen Varianten denn Sie wollte es ja nur allen recht machen!

Die gedünsteten Zwiebeln für unseren Braten werden einfach in eine Eisenpfanne gegeben und direkt über die Glut gestellt - wer braucht da schon einen E-Herd?

Die gedünsteten Zwiebeln für unseren Braten werden einfach in eine Eisenpfanne gegeben und direkt über die Glut gestellt – wer braucht da schon einen E-Herd?

Nun holen wir natürlich unseren Rollbraten nicht vom Metzger sondern füllen ihn höchst selbst. Beim Fleisch machen wir dagegen keine Kompromisse, dieses MUSS vom heimischen Metzger kommen und frei nach dem Motto „support your local Dealer“ wird für unseren Rollbraten ein 1,8 Kilo schweres Stück Schweinenacken geordert. Gefüllt wird der Schweinenacken mit gedünsteten Zwiebeln, Bacon, Senf, Pflaumenchutney und getrockneten Pflaumen. Im Grunde sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt den Braten füllen womit und wie immer Ihr es mögt, es gibt kein „Falsch“ oder „Richtig“ und es ist ganz egal was als Füllung für den Braten her halten muss, Hauptsache Euch schmeckt´s! Was wir Euch dagegen mit an die Hand geben möchten ist ein kleiner Tipp: immer wenn Ihr besonders „herzhafte“ Zutaten (Zwiebeln, Bacon…) verwendet, bilden süße Komponenten (Pflaumen, Äpfel…) einen schönen „Gegenpol“.

Dazu gibt es eben „Oma´s Kartoffelsalat“ und ja, es IST wirklich Oma´s Rezept. Und JA es MUSS Mayonnaise rein… und JA es MÜSSEN viele Eier rein denn so hat unser Oma das auch immer gemacht und nur so wird es eben zu „Oma´s echtem Kartoffelsalat“! Ansonsten ist ein solches Rezept wirklich sehr anspruchslos und einfach gehalten. Ein guter Kartoffelsalat braucht nicht viel um wirklich lecker zu werden. Ein wenig Mayonnaise hier, ein Schuss Gurkenwasser da, festkochende Kartoffeln, Eier, Zwiebeln, ein wenig Salz und Pfeffer. Fertig ist eine günstige und zeitlose Beilage die nun wirklich jedem schmecken sollte. Keine Brühe, keine Tomaten und schon gar kein Fleischsalat aus der Packung: „das hatten wa früher alles nich son Spökes“ würde unser Oma sagen also halten wir uns mal fein an das originale Rezept. Eine Ausnahme gibt es jedoch: während man Oma´s fragt was Sie in Ihren Kartoffelsalat geben damit dieser wirklich lecker wird verzichten wir auf Maßangaben wie „ein bißchen hier von“ und „ein Klecks davon“ und geben Euch exakte Mengenangaben an die Hand. Einzige Ausnahme bildet hier das Gurkenwasser: denn davon braucht Ihr nun wirklich nur „einen Schuss“….

Rollbraten und Oma´s Kartoffelsalat

By 3. April 2016

Mit diesem Rezept werdet Ihr garantiert in Eure Kindheit zurück versetzt! Der Rollbraten kann natürlich ganz nach Eurem Gusto gefüllt werden. Ihr müsst Euch also nicht pinibel an dieses Rezept halten und könnt selbstverständlich alles in den Rollbraten packen was Euch beliebt. lediglich die finale Kerntemperatur Eures Bratens bleibt die selbe und sollte etwa 74 Grad betragen (wenn Ihr etwas "drüber" seid ist das halb so wild. Ein Schweinenacken verzeiht Euch eine ganze Menge! Dazu gibt es einen handwerklich einfachen Kartoffelsalat der übrigens auch ohne Rollbraten super schmeckt!








Zubereitung

Zum Rollbraten:

Zunächst einmal schneidet Ihr eine "Tasche" in die Mitte Eures Bratens. Nun klappt Ihr den Nacken in der Mitte auf und schneidet die beiden Hälften nochmals ein. So erhaltet Ihr eine überdimensionale "Roulade". Diese könnt Ihr nun mit einem Fleischklopfer oder einer Pfanne noch etwas plätten. Von Innen würzt Ihr Euren Braten nun mit etwas von der Gewürzmischung und gebt dann den Senf und das Chutney darauf. Nachdem alles schön verstrichen ist könnt Ihr die Innenseite nun mit Bacon auslegen. Die Zwiebeln solltet Ihr in einer Pfanne etwas schmoren ehe Ihr Sie über dem Bacon verteilt. Zum Schluss gebt Ihr noch ein paar Backpflaumen über die Zwiebeln und rollt den Braten zu einer "Roulade" zusammen. Nun alles von außen ordentlich mit Euerer Gewürzmischung einreiben.

Damit der Braten nicht auf dem Drehspieß auseinanderfällt müsst Ihr Ihn nun mit Bratengarn oder einer Kordel (darauf achten das sich kein Kunststoff darin befindet) zusammenbinden. Nun steckt Ihr den Braten auf den Drehspieß und gebt diesen auf den Grill. Im indirekten Bereich (also da wo sich keine Kohle befindet / wo keine Gasflamme brennt) muss Euer Braten nun bei geschlossenem Deckel etwa 1,5 Std backen. Fertig ist er wenn er eine Kerntemperatur von 74 Grad erreicht hat.

Zum Kartoffelsalat:

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Zunächst müssen die Kartoffeln mit Schale gekocht werden. Anschließend lasst Ihr die Kartoffeln etwas abkühlen und befreit sie dann von ihrer Schale. Nun Schneidet Ihr sie (je nach Größe) in Viertel und anschließend in gleichmäßige Stücke. Die Eier könnt Ihr übrigens in den selben Topf geben wie die Kartoffeln, so spart Ihr zusätzlich Energie. Auch die Eier werden geviertelt und anschließend in etwa gleich große Stücke geschnitten.

In einer Schüssel bereitet Ihr Euer "Dressing" zu, hierfür mischt Ihr einfach die Mayonnaise mit dem Gurkenwasser und der fein geschnittenen Zwiebel. Alles zusammen wird nun mit einer Gabel oder einem Schneebesen"glatt" gerührt bis sich die Mayonnaise mit dem Gurkenwasser verbunden hat. Anschließend gebt Ihr Eure geshnittenen Zutaten dazu und vermengt alles gut miteinander. Zum Schluss alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Kartoffelsalat idealerweise über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Guten Appetit und nicht vergessen: bleibt neugierig auf´s Essen!





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2 Responses to Westfälische Küche: Rollbraten und Oma´s Kartoffelsalat

  1. Martin

    Ich wünschte, ich hätte noch das ein oder andere Rezept von meiner Oma. Als ich sie noch fragen konnte hat es mich noch nicht interessiert. Ihr Kartoffelsalat ging aber in diese Richtung.

    • Sauerlaender BBCrew

      Genau aus diesem Grund haben wir die Kathegorie ins Leben gerufen 😉 „alte Rezepte“ sollen eben nicht verloren gehen. So können wir in zig Jahren nochmal gedanklich „bei Oma am Tisch“ sitzen!

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