Tipps & Tricks zum Wintergrillen – Worauf muss ich achten?

Der Winter kommt immer viel zu überraschend und für viele ist das ein Signal den Grill einzumotten. Andere (die hartgesottenen) dagegen beginnen nun mit der “Wintergrill-Saison”. Als ich noch jünger war, hieß das ganze noch einfach “Grillen im Schnee”. Heute (auch begünstigt durch findige Marketingabteilungen) nennt man es Wintergrillen. Was allerdings stimmt (und da gebe ich den studierten Marketingmenschen recht) ist, dass es einfach viel zu schade ist den Grill im Winter einzumotten! Winterzeit ist Grillzeit und es hat schon Charme ein deftiges Gericht auf dem Grill zuzubereiten, während auf der Seitenkochplatte oder im >>Dutch Oven der Glühwein köchelt. Im Grunde gehört einfach nur ein wenig Mut dazu die “Grillsaison” auszuweiten und mit diesen Tipps wird es auch noch ein richtig schöner Grillabend!

Welche Gerichte bereite ich beim Wintergrillen zu?

Winterzeit ist Grillzeit! Dennoch bleiben hier bitte die Hähnchenbrustfilets an mediterranem Gemüse mit Parmesanraspel im Kochbuch! Im Winter kann man prima Saisonal kochen und viele Schmorgerichte eignen sich prima um sie draußen auf dem Grill zuzubereiten! Wie wäre es mal mit einem >>Rauchbier Gulasch oder einer >>Sauerländer Potthucke? Auch >>Burger mit frischen Pfifferlingen oder eine >>Weihnachtsgans zu Weihnachten gelingen auf dem Grill perfekt. Du benötigst keine sommerlichen Rezepte und viele Supermärkte bieten dir auch nicht die Auswahl an Grillfleisch, die du vermutlich gern hättest. Der “normale Griller” mag nackensteaks, Bauchfleisch oder Würstchen verschiedenster Form und Größe. Wenn du aber mal über den Tellerrand schaust stellst du fest das dein Grill noch viel mehr kann als nur Convenience!

Wintergrillen

Gute Kleidung schützt dich bei Wind und Wetter am Grill!

Was muss ich beim Wintergrillen bei meinem Fleisch beachten?

Das wichtigste beim Grillen im Winter ist es auf die Temperaturen von deinen Speisen zu achten. Niemand mag kaltes Fleisch und weder du, noch deine Gäste finden es toll wenn das Steak so kalt ist wie die Umgebung. Gerade wenn man Rindersteaks zubereitet (Kerntemperaturen zwischen 50 und 57 Grad) stellt man schnell fest, dass das eigentlich gar nicht so warm ist. Steht dein Grill nun also weit entfernt vom Haus oder der Hütte in der gegessen wird, kühlt dein Fleisch schnell aus und die Gäste kauen im schlimmstenfalle auf einem Steaksorbet herum. Damit das nicht passiert solltest du entweder die Wege zum Haus verkürzen oder dich mit einer Thermobox (zum Beispiel aus Styropor) bewaffnen. Gibt es Würstchen oder Schweinesteaks kannst du diese prima in einem Brötchen servieren und – warm halten! Das Brötchen hat die tolle Eigenschaft das die “Thermoverpackung” gleich mit gegessen werden kann.

Wie verhält es sich beim Wintergrillen mit den Garzeiten und dem Verbrauch von Brennstoff?

Wenn es draußen schneit und der Wind pfeift werden auch andere Anforderungen an dein Material gestellt. Du musst bedenken das wir hier nicht von einem lauen Sommerabend, sondern im schlimmsten Fall von Arktischer- (das ist übrigens etwa halb so schlimm wie Sauerländer-) Kälte sprechen. Dabei verbrauchst du unter Umständen mehr Holzkohle und natürlich auch mehr Gas. Da Temperaturen nicht immer gleich aufgefangen werden können, kann sich das ganze außerdem auf deine Garzeiten auswirken. Gerade bei “Long Jobs” also Gerichten die sehr lange bei niedriger Temperatur im Grill garen, wirst du merken das einfach alles länger dauert. Lehn dich zurück, koch dir einen Tee und warte eben bis dein Fleisch fertig ist.

Was muss ich beim Wintergrillen am Holzkohlegrill beachten?

Regel Nummer 1: ein Grill mit Holzkohle gehört NICHT in einen geschlossenen Raum. Jedes Jahr sterben noch immer Menschen weil sie auf die tolle Idee kommen in der Gartenhütte den Grill an zu werfen. Da ein solcher Grill aber Kohlenmonoxid beim verbrennen ausstößt was häufig auch bei geöffneten Türen und Fenstern geschieht, lasst es einfach sein. Ansonsten steigt (wie oben bereits geschrieben) unter Umständen der Holzkohleverbrauch. Auch in Zeiten des Onlinehandels wo es 365 Tage im jahr Güter des öffentlichen Lebens zu kaufen gibt, solltest du dir einen kleinen Vorrat an Holzkohle in den Keller legen. Discounter und viele Baumärkte werfen spätestens im herbst die Holzkohle und Briketts auf´s Lager und holen sie erst im April / Mai wieder heraus. Wenn du also spontan grillen möchtest leg dir einen kleinen Vorrat an, der wird nicht schlecht und frisst kein Gras!

Was muss ich beim Wintergrillen am Gasgrill beachten?

Auch hier gilt wie beim Grillen mit Holzkohle: der Grill gehört NICHT ins Wohnzimmer oder eine geschlossene Gartenhütte. Ansonsten ist es wichtig zu wissen welches Gas man verwendet. Damit meine ich sicher nicht den Hersteller, sondern viel mehr das Gemisch welches verwendet wird. Gasgemische mit hohem Butan Anteil (zum Beispiel in den kleinen Döschen zum aufschrauben) verflüssigen sich bereits bei wenigen Grad minus. Um das Grillvergnügen also dauerhaft zu einer Freude werden zu lassen, achte darauf das dein gasgemisch einen hohen Propananteil aufweist. Propan wird deutlich später flüssig und kann so als Gas ausströmen um deinen Grill ordentlich zu befeuern. Achtung besonders bei stürmischen Tagen und kleinen Flammen: hin und wieder kommt es vor das Flammen vom Wind ausgepustet werden. Im Außenbereich ist das nun nicht weiter tragisch und man muss nicht gleich mit Gasexplosionen rechnen. Allerdings zieht euch der Umstand weiterhin das Gas aus der Flasche was dann “für dumme Nüsse” verfliegt. Deswegen bei kleiner Flamme lieber zu oft, als zu wenig schauen.

Was ist beim Wintergrillen noch wichtig?

Gute Klamotten! Du benötigst einfach winterfeste Kleidung. Das ist im ersten Moment selbstverständlich, wenn du aber genauer nachdenkst fällt dir schnell auf das viele Kleidungsstücke gerade mal ausreichen um vom Auto in den Supermarkt zu kommen. Wenn du aber mal ein paar Minuten oder gar Stunden draußen im Garten verbringst, stellst du schnell fest ob die Klamotte was taugt. Ich empfehle eine gute Winterjacke, Handschuhe, eine Mütze und einen Schal. Erstens bleibst du damit schön warm und zweitens schmeckt der Glühwein so auch gleich viel besser. Ansonsten sollte der Untergrund und natürlich der Grill komplett schneefrei sein. Ersteres dient dazu das du bzw. deine Gäste nicht auf die Nase fallen. Zweiteres ist selbstverständlich weil dir sonst im schlimmsten Fall der Schnee in den Grill fällt und dir deine Flamme oder Kohlen aus fegt. Arbeite gründlich mit Schneeschieber und Handfeger und du hast keine Probleme beim Wintergrillen. Pavillons und Heizstrahler können zusätzlich für Wärme und Geborgenheit dienen: gehen aber schnell ins Geld und die Gasstrahler verbrauen unnötig Gas. Solche Investitionen machen meiner Meinung nach nur Sinn wenn du regelmäßig Gartenpartys feierst oder du die Dinge ohnehin schon gekauft hast. Sie extra für solche Anlässe zu kaufen halte ich für übertrieben!

Viel Spass beim Wintergrillen! Weitere Anregungen gibt es noch in unserem Video dazu. Du kannst uns auch auf Youtube >>Abonnieren um kein Rezeptvideo mehr zu verpassen.