Rezept für Geflügelleber vom Grill

Ich bin ein Freund alles vom Tier zu verwerten und gerade Innereien werden in Deutschland sehr sehr selten gegessen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Geschmacks, sondern viel eher eine Kopfsache. Während Innereien früher oft gegessen und verwurstet wurden, landen sie heute allzu oft im Hundefutter oder gleich in der Tonne. Um diesem Umstand entgegen zu wirken, habe ich mir überlegt, ich zeige dir mal ein Rezept für eine wirklich leckere Gänseleber. Bei diesem Rezept gilt: Kopf aus und einfach mal probieren was wirklich dabei heraus kommt wenn man die Leber vom Tier verwendet. Du kannst übrigens auch Leber vom Kalb, Rind oder Schwein verwenden wenn du keine Gänseleber bekommst.

Rezept für Gänseleber mit Chicorée

Nicht Jedermanns Sache: Leber vom Grill! Dennoch sorgt sie für Abwechslung auf dem Rost.

Gänseleber: Delikattesse oder verpönt?

Wenn man an Gänseleber denkt, kommt einem sofort das Wort “Foie gras” in den Kopf. Du denkst jetzt bestimmt auch als erstes an Gänsestopfleber. Diese Lebern wiegen statt der üblichen 300 Gramm bis zu 2 Kilo. Die Gänse werden in den letzten Wochen Ihres Lebens zwangsernährt. Hierzu nimmt man ein Rohr und pumpt den Gänsen eine Mischung aus Mais und Schmalz in den Magen. Die Tiere nehmen somit ein vielfaches an Nahrung auf und die Leber verfettet. Nach dem Schlachten erhält man somit eine fast gelbe Leber die bis zu 50% aus Fett besteht. In vielen Ländern ist die “Produktion” dieser Gänseleber verboten. Der Handel und Vertrieb, sowie der Genuss bleiben aber erlaubt. Gänseleber die unter derartigen Umständen entsteht benötigst du für mein Rezept natürlich nicht. Ich bin ein Gegner dieser “Delikatesse” und möchte sie nicht verwenden. Gänse leiden unter dieser Form der Mast, viele verenden oder werden durch das Metallrohr schwer verletzt. Genuss sollte niemals mit Tierquälerei einhergehen!

Gänseleber: lecker und unterschätzt!

Gerade zu Weihnachten landen vielerorts Gänse auf der Festtafel. Auch ich habe schon ein Rezept für eine >>Weihnachtsgans hier veröffentlicht. Für die meisten geht es bei der Zubereitung dieser Gans aber eben eher um das Fleisch des Tieres. Häufig werden Innereien entweder weg geworfen, dem Hund gegeben oder (in Ausnahmefällen) zu einer Soße verarbeitet. Dabei ist eine Leber von glücklichen Gänsen unglaublich lecker und vor allem günstig! Gerade beim Schwein ist der “Wertverfall” noch besser zu beobachten. Für viele bestehen Schweine neben Rücken und Filet eben nur noch aus Schinken. Im BBQ Segment werden vielleicht noch die Rippen (>>Spareribs)geschätzt. Der Rest des Tieres ist eher “wertlos” was sich auch an den Preisen am Markt niederschlägt. Würden wir wieder alles vom Tier auf gleiche Weise schätzen, müssten auch weniger Tiere für unseren Fleischkonsum sterben. Nicht selten werden Unmengen von “gutem” Fleisch weg geworfen weil keine Abnehmer gefunden werden. Trau dich also über den Tellerand zu schauen und frag doch mal beim Metzger nach nicht so beliebten Stücken vom Tier. Das ist nicht nur häufig günstiger, sondern kommt auch den Tieren und der Landwirtschaft zu gute.

Rezept für Gänseleber mit Chicorée

By 1. Februar 2018

Dieses Gericht eignet sich prima um es als Vorspeise zu reichen. Du kannst natürlich auch Leber vom Schwein oder vom Rind verwenden. Um den nötigen "Crunch" hinzubekommen, solltest du definitiv auf Pankomehl zurückgreifen (Paniermehl geht zwar, wird aber nicht so schön). Wenn du kein Pankomehl bekommst kannst du alternativ Röstzwiebeln verwenden auch wenn du hier den großen Eigengeschmack bedenken musst.

Zubereitung

Zur Füllung:

Die Schalotten und den Knoblauch fein würfeln und in eine gefettete Pfanne geben. Die Pfanne bei mittlerer Hitze auf den Herd oder die Seitenkochplatte stellen und in der Zwischenzeit die Leber fein schneiden. Wenn die Schalotten und der Knoblauch glasig sind die Leber zur Pfanne geben und kurz durchschwenken. Wenn die Leber leicht angebräunt ist kann die Pfanne von der Platte und muss einen Moment abkühlen. Nun die Petersilie grob hacken und in die Pfanne geben. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Pankomehl sowie das Olivenöl dazu geben. Alles miteinander vermengen und idealerweise etwas durchziehen lassen.

Zu den Chicorée Schiffchen:

Den Chicorée von seinem Strunk befreien und die einzelnen Blätter abzupfen. Nun die Füllung auf die einzelnen Blätter geben und diese bei 200-220 Grad indirekt auf den Grill oder in den Backofen (Ober- Unterhitze) geben. Bei dieser Temperatur sollten die Schiffchen nach 10 Minuten fertig sein. Zum Schluss noch etwas Parmesankäse über die Schiffchen reiben und genießen.

Guten Appetit!

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