Rezept für einen Christstollen

Weihnachten steht vor der Tür! Auch wenn man das Mitte Oktober noch so garnicht wahrhaben möchte sollte man sich jetzt schon um seinen Christstollen kümmern. Während allerorten schon große Paletten mit Marzipan, Spekulatius, Dominosteinen und Lebkuchen in die Läden gekarrt werden, vergisst man häufig sich um seine eigenen Rezepte zu kümmern. Dabei ist es viel schöner wenn man selbst etwas mit den eigenen Händen schafft. Wir befassen uns heute mit einem Christstollen. Warum man diesen am besten schon im Oktober herstellt und auf was Ihr achten müsst zeigen wir Euch hier in diesem Beitrag!

Stollen

Für die meisten gehört ein klassischer Christstollen in der Adventszeit einfach dazu. Wenn man ihn früh backt, gibts auch keinen Stress!

Warum soll ich im Oktober Christstollen backen?

Für viele ist Weihnachten im Oktober noch weit weg. Die Einzelhändler sind zwar schon im Weihnachtsstress und das Radio dudelt „Last Christmas“ in die Ohren gequälter Autofahrer aber man selbst hat noch nichts für Weihnachten übrig. Dabei ist Weihnachten näher als man denkt. Spätestens mitte November sieht man wieder Scharen von gestressten Eltern, verzweifelten Ehemännern und quängelnden Kindern in den Einkaufszentren der Welt. Oh du fröhliche möchte man meinen… weit gefehlt denn vorerst kommt der Weihnachtsstress! Es ist also eher „oh du stressige“ und Mama graut es davor wenn sie daran denkt das Weihnachten die buckelige Verwandtschaft wieder kommt um sich durch zu fressen. Ist es da nicht schön wenn man wenigstens einen Punkt auf der Agenda abgeharkt hat?

Die Rede ist vom Christstollen den man der buckeligen Verwandtschaft am ersten oder zweiten Weihnachtstag auf den Tisch stellen kann. Da dieser aber mindestens 4 oder noch besser 6 oder 8 Wochen reifen muss solltet Ihr euch da bereits im Oktober drum kümmern. So habt Ihr wenig Stress und beim backen wenigstens noch einen Hauch von Besinnlichkeit! Natürlich schmeckt ein Christstollen auch schon nach einer Woche sehr gut. Die Geister scheiden sich ob man ihn lange lagern muss. Wenn Ihr allerdings den obigen Text noch einmal lest werdet Ihr mir zustimmen das es nicht schaden kann den Christstollen schon einmal fertig gebacken zu haben.

Die Geschichte des Christstollen.

Der Christstollen ist wohl eines der ältesten Gebäcke in Deutschland. Das erste mal Erwähnung fand er im 13 Jahrhundert in Naumburg an der Saale. Nicht immer war der Christstollen jedoch mit Orangeat, Zitronat und Rosinen zu finden. In den ersten jahren galt der Christstollen (der in seiner Form übrigens an das eingewickelte Jesuskind erinnern sollte) als Backwerk zum Fasten und durfte nur aus Wasser, Hafer und Rübenöl bestehen. Vermutlich kann sich jeder vorstellen das Rübenöl und Hafer nicht unbedingt Begriffe sind die einem das Wasser im Munde zusammen laufen lassen… So wandte sich der sächsische Kurfürst im 16 Jahrhundert an den Papst der wenigstens die Zugabe von Butter genehmigte.

Heute finden wir Stollen in 100 verschiedenen Variationen. Klassisch mit Buderzucker, Orangeat und Zitronat. Ein Christstollen mit Schokolade und Mohn, ein Christstollen mit Marzipan oder ein „orientalischer“ Stollen mit Feigen und Datteln. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, man sollte jedoch beachten das die Haltbarkeit durch Marzipan oder Mohn verringert wird. Finden sich keine Trockenfrüchte im Teig neigt dieser dazu auszutrocknen oder gar zu verschimmeln. Solche Stollen sollte man dann wirklich im Kreise seiner „Lieben“ in der Adventszeit backen.

Rezept für einen Christstollen

By 26. Oktober 2016

Hier findet Ihr ein Rezept für 2 Christstollen. Wenn die Stollen schon so lange lagern, dann soll es sich wenigstens lohnen! Bitte beachtet das Ihr am Ende aus der gesamten Teigmasse 2 Christstollen formen solltet da es sonst ein riesiger Stollen wird. Die Ruhezeiten der Stollen sollten unbedingt eingehalten werden um ein schönes Ergebnis zu bekommen!

Zubereitung

Die Milch mit Zucker, Hefe und 10 El Mehl verrühren anschließend mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort 20 Minuten gehen lassen. Danach das restliche Mehl und das Eigelb zum Vorteig geben und einen Teig daraus kneten. Die Butter unterkneten und mit etwas Salz würzen. Den Hefeteig mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort etwa 2 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. In der Zwischenzeit die Rosinen in Rum einweichen.

Nun die eingeweichten Rosinen, die Mandeln, sowie das Zitronat und Orangeat, die Zitronenschale und den Vanillezucker unter den Teig rühren. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit den Händen zusammenkneten, kurz ruhen lassen und dann eine stollenlange Rolle daraus formen.  Nun den Teig mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort wieder 30 Minuten gehen lassen.

Den Stollen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und auf der 2. Einschubleiste von unten 60-75 Minuten bei 180 Grad backen. Dabei prüfen, ob der Stollen nicht zu dunkel wird.

Nun den Stollen aus dem Backofen nehmen, mit flüssiger Butter bestreichen und diesen Vorgang so lange wiederholen, bis die Butter aufgebraucht ist. Danach den erkalteten Stollen in Frischhaltefolie einwickeln und Ihn an einem trockenen dunklen Ort 4-6 Wochen ruhen lassen. Vor dem Aufschneiden den Stollen großzügig mit Puderzucker besieben.

Tipp: den Stollen in der Mitte durchschneiden und Scheiben aus der Mitte schneiden. Nun den Stollen wieder zusammen schieben. So bleibt der Stollen lange frisch und saftig.

Guten Appetit und nicht vergessen: bleibt neugierig auf´s Essen!

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3 Responses to Rezept für einen Christstollen

  1. Grendel68

    Danke für das Rezept zur rechten Zeit. Werden wir hier mal testen.

    In der Zutatenliste fehlt der Rum für die Rosinen. Ich plane vorsichtshalber mal eine ganze Flasche ein 😉

  2. Stefan

    Toll geschrieben. Ich glaub das teste ich mal. Danke!

  3. Gerald Lehr

    Geiles Rezept, habe das heute mal ausprobiert. Weihnachten werde ich berichten 🙂
    Aber die Menge ist gut für einen Stollen, so kenne ich das noch von meiner Mutter.
    Ich habe halbiert und habe nun einen „Mini-Stollen“.

    Jetzt backe ich halt nochmal einen 🙂 🙂

    Weiter so!

    Gerald

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