Grillen Afrikanisch: mit dem Braai!

Selten haben wir uns über einen Grill so sehr gefreut. Vor einigen Tagen hat ein Megamaster Braai von >>BBQ Scout bei uns Einzug gehalten und wir sind seither wie kleine Kinder am Grill. Der Braai ist etwas besonderes, macht Spass und sieht unfassbar gut aus. Im Grunde ist es ein Spielzeug für Kerle! Feuer, Rauch, Fleisch & Hitze treffen in diesem „Koloss“ von Grill aufeinander. Ihr merkt also: wir haben großes vor! Was genau ein Braai ist, wo er her kommt und was ihn so besonders macht möchten wir Euch im folgenden erläutern.

Megamaster Braai

Im Kohlemacher stellt man sich die Glut zum Grillen selbst her!

Was ist Braai?

Im Grunde ist die Bezeichnung Braai in der Form nur ein Oberbegriff. In Südafrika versteht man unter Braai das Grillen ansich. Man trifft sich, bringt Fleisch mit, sitzt gesellig beieinander und zelebriert die Art der Zubereitung gemeinsam. Zelebrieren ist ein gutes Stichwort denn wenn man das „Braai“ mit „BBQ“ vergleicht, stellt man schnell fest, das es in Südafrika weniger um die Zubereitung von Nahrungsmitteln geht. Vielmehr geht es darum eine schöne Zeit zu verbringen, gemeinsam etwas zu tun und: gemeinsam zu genießen. Beim BBQ dagegen geht es häufig um die Zubereitung, um Rauch als Gewürz zu verwenden oder darum ein „günstiges Stück Fleisch“ zum Genuss werden zu lassen.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle ob auf einem solchen „Monster“ wie dem Megamaster, auf einer umgebauten Alufelge oder auf einem Pflanzkübel gegrillt wird. Wichtig ist lediglich das Ergebnis und die Geselligkeit. Ganz wie in Deutschland kann man allerdings auch in Afrika zwischen einem „kleinen“ oder einem „großen“ Grill wählen. Größere Modelle haben natürlich mehr Komfort, bieten mehr Möglichkeiten und lassen mehr Platz auf dem Rost. Wer darauf keinen Wert legt, der ist allerdings auch mit „einfacheren“ Modellen gut aufgestellt.

Wie zelebriert man das Braai?

In Südafrika ist das Braai weit mehr als die plumpe Zubereitung von Speisen. Wie Anfangs schon kurz angeschnitten benötigt ein ordentliches Braai Zeit. Das liegt zum einen daran das man seine „Holzkohle“ mittels eines „Kohlemachers“ selber herstellt. Hierfür werden vorwiegend Harthölzer in den Kohlemacher geschichtet und angezündet. Mittels einem Schürhaken werden nun die glühenden Brocken vom Holz geschabt und unter den Rost geschoben. Dieser Vorgang benötigt Zeit und Muße, das Beschleunigen mit Holzkohle ist dagegen keine Option. Hat man keinen „Kohlemacher“ wie bei einem großen Grill, wartet man bis ein Feuer welches entzündet wurde heruntergebrannt ist. Erinnert man sich an seine Kindheit fällt auf das bei Zeltlagern bei größeren Lagerfeuern nach einiger Zeit Folienkartoffeln in die Glut flogen. Ein ähnliches Prinzip finden wir beim Braai in Südafrika. Hat das Feuer genügend Glut produziert, kann mit dem Braai begonnen werden.

Wie wichtig den Südafrikanern Ihr Braai tatsächlich ist, sieht man jedes Jahr am 24. September. Was für die Amerikaner Ihr „Thanksgiving“, ist für die Südafrikaner Ihr „National Braai Day“.  An diesem Tag versammeln sich alle Schichten, Altersgruppen und Glaubensrichtungen beim gemeinsamen Braai. Der National Braai Day wurde 2016 von >>Klaus Grillt, >>0815BBQ und >>BigBBQ in Bild und Schrift festgehalten und kann auf den jeweiligen Blogs nachgelesen bzw. nachgeschaut werden.

Megamaster Braai

Nachts verströmt ein Braai nicht nur wohlige Wärme, sondern sieht auch noch verdammt gut aus!

Was macht das grillen an einem Braai so besonders?

Ich gehe hier speziell auf unseren Megamaster Braai ein. Dieser Riese von einem Grill bietet natürlich einige Möglichkeiten mehr als eine Alufelge mit Rost, ist jedoch etwas völlig anderes als das „normale“ Flachgrillen auf einem 5 Euro Tankstellen Dreibein. Wer einmal an einem solchen Grill gestanden hat erliegt sehr schnell dem Charme der von ihm ausgeht. Das Feuer brennt, die Kohle glüht und irgendwann liegt dann auch das erste Fleisch oder das erste Gemüse auf dem Rost. Bis es allerdings soweit ist kann man gemütlich bei einem Bier oder einem Glas Wein 1-2 Stündchen dem Feuer beim Brennen zuschauen. Braai bedeutet für mich Entschleunigung und Genuss zugleich. Wer einmal am Lagerfeuer gesessen hat, wird mir beipflichten das nach kürzester Zeit alle ins Feuer starren. Dabei ist es auch völlig egal ob einer eine Gitarre ausgepackt hat oder ob man miteinander Spricht: Feuer fasziniert.

Genau dieses Gefühl transportiert auch der Braai bei der Zubereitung von allerlei Köstlichkeiten. Während man beim normalen „Grillen“ häufig in Stress oder Hektik verfällt, gewöhnt man sich beim Braai sehr schnell an die Zeit die es dauert. Niemand erwartet, das dass Essen nach 20 Minuten auf dem Tisch steht und solange ein Feuer brennt ist es einfach die Gäste bei Laune zu halten. Feuer und Essen sind Dinge die Menschen zur Geselligkeit anhalten und genau diese beiden Dinge werden hier hervorragend miteinander kombiniert.

Was genau wird bei einem Braai gegrillt?

Ganz wie in Deutschland sind hier der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Natürlich spezialisiert man sich auf landestypische Spezialitäten. Je nach Region wird Kudu, Strauß oder Springbock gegrillt. An der Küste wandern auch gern ganze Hummer, riesige Fischfilets oder Krebse auf den Rost. Eine einheitliche Spezialität dagegen ist die sogenannte „Boerewors“. Diese pikant gewürzte Wurst wird zu einer Schnecke gerollt und anschließend gegrillt. Aromen von Nelken, Piment und Salbei strömen durch den Garten und lassen den Gästen das Wasser im Mund zusammen laufen. Wir werden bei Gelegenheit versuchen diese Wurst zusammen mit unserem Metzger >>Der Ludwig nachzubauen um sie dann in einem Rezept zu verwenden.

Wir freuen uns schon jetzt auf die bevorstehende Zeit mit dem Megamaster und hoffen das wir viele südafrikanische Rezepte daraus zubereiten können. Wie wir an Kudu oder Springbock herankommen sollen ist uns zwar aktuell noch ein Rätsel aber es ist kein „Problem“ was wir nicht lösen könnten. Bis dahin beschränken wir uns auf die Zubereitung von Rind, Lamm und Geflügel… also eben auf alles was wir sonst auch so zubereiten. Bleibt gespannt auf welche Reisen wir uns in Zukunft so begeben werden und freut Euch auf schöne Bilder aus dem Braai! Wer sehen möchte wie wir den Megamaster Braai zusammengebaut haben und wie man ein solches Gerät richtig befeuert, der sollte sich unbedingt noch das unten stehende Video anschauen.

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