Praxistest: Summit Charcoal & Rezept für eine Spargel-Erdbeer Bruschetta

Einen Grill zu zeigen ist das eine, ihn zu testen eine ganz andere. Wir haben uns einmal mit dem Summit Charcoal Grill auseinander gesetzt und Ihn Euch am Mittwoch erstmal grob von außen gezeigt (Link zum Artikel). Heute geht es dann ans Eingemachte und wir möchten Euch auch ein paar Schwachstellen des Gerätes aufzeigen. Grundsätzlich scheinen ein paar Dinge nicht unbedingt bis zum Ende gedacht zu sein während andere Dinge durchaus positiv heraus stechen. Ganz nebenbei bekommt Ihr noch ein super Spargel / Sommer Gericht für Euren Grill mit dem Ihr mit wenigen Handgriffen ein schönes Ergebnis erzielen könnt.

Die Vorteile des Weber Summit Charcoal Grills zusammengefasst:
Von 0 auf 350 in nur 10 Minuten. Der Summit Charcoal ist im Nu auf der gwünschten Temperatur uns lässt sich prima einregeln.

Von 0 auf 350 in nur 10 Minuten. Der Summit Charcoal ist im Nu auf der gwünschten Temperatur uns lässt sich prima einregeln.

Wie wir schon angemerkt haben ist die Verarbeitung des Gehäuses, des Deckels und auch des Innenlebens wirklich sehr gut. Auch gut gefällt uns das man mit der beigelegten „Deflektorplatte“ den Grill nahezu komplett indirekt nutzen kann. Durch das GBS Rost kann man das k0mplette Weber Sortiment (so denn man es schon besitzt) weiter nutzen und geht hier vollkommen in der Weber Welt auf. Egal ob Dutch Oven, Wok oder Pizzastein, der Summit Charcoal bietet ausreichend Platz für alles was Spass macht. Auch gut gefällt uns das der Grill Problemlos mit Briketts, sowie mit Holzkohle betrieben werden kann. Der Grill macht rundum einen gelungenen Eindruck und füllt eine Nische im „Weber Universum“, das ganze allerdings auch zu einem stolzen Preis von 1999 Euro (VK). Eine große Spanne mit Eurem Händler zu handeln werdet Ihr vermutlich kaum haben denn der Grill wird für Euch ausgeliefert und aufgebaut. Außerdem bekommt Ihr beim Kauf noch eine Schulung von Eurem Fachhändler (extra geschultes Personal) an Eurem Grill. Da diese Kosten der Händler zu tragen hat, wird der Summit vermutlich sehr preisstabil bleiben. Das Internetgeschäft rund um den Summit Charcoal wird überschaubar bleiben denn der Händler ist verpflichtet den Grill selbst auszuliefern und aufzubauen. Spätestens mit der angesprochenen Einweisung am Grill wird ein Internetgeschäft kaum bis gar nicht möglich sein. Als kleines Beispiel nehmen wir mal einen Onlinehändler der in München sitzt und einen Summit nach Hamburg verkauft. Er muss nun also gewährleisten das der Grill aufgebaut in Hamburg ankommt, an die gewünschte Stelle gestellt wird und der Kunde dort eingewiesen wird. Das sich das kaum lohnen wird sollte jedem einleuchten.

Vorab ist der Grill ausschließlich in Weber Original Stores, bei Weber Experience World Partnern und Weber World Partnern zu beziehen, ob der Grill noch in weiteren Shops (Weber Premium + & Weber Premium Stores) zu beziehen sein wird steht aktuell noch in den Sternen. Dennoch finden wir es schön das der Kunde beim Kauf eines solchen Gerätes gleich das „Rundum Sorglos Paket“ dazu erhält. Man muss sich keine Gedanken machen mit welchem Auto der Grill abgeholt wird, muss sich nicht um den Aufbau kümmern und bekommt gleich noch eine kleine Einweisung dazu um sofort mit dem Grillen los zu legen. Als kleines Sahnehäubchen gibt es noch einen Grillkurs oben drauf. Ob Kunden die ein solches Gerät kaufen das Angebot zu schätzen wissen bleibt allerdings abzuwarten. Der Summit Charcoal ist kein Grill den man ohne Überlegung einfach kauft. Vermutlich werden eher Grill-affine Menschen die bereits einen oder mehrere Grills besitzen angesprochen. Ob diese unbedingt darauf warten möchten das der Grill geliefert, aufgebaut und erklärt wird bleibt abzuwarten. Auch der Grillkurs ist eine schöne Idee, allerdings ist auch hier fraglich ob Kunden die bereits einen Grill besitzen das Angebot wahrnehmen werden.

In der Praxis hat sich gezeigt das der Summit Charcoal wirklich flott unterwegs ist was Temperaturen angeht. Wir konnten ihn über längere Zeit bei 110 Grad betreiben ohne irgendetwas an der Lüftersteuerung zu verändern (Original Weber Briketts). Im Anschluss haben wir die Deflektorplatte aus dem Grill genommen, Holzkohle eingefüllt und die Lüftungsschieber komplett geöffnet. Innerhalb von nur 10 Minuten war das Thermometer auf Anschlag und wir konnten mühelos das von uns zuvor angeräucherte Steak angrillen und mit Röstaromen versehen. Der „Sear Grate Einsatz“ sorgte für zusätzlichen Schub und verlieh unserem Steak ein schönes Rautenmuster und „perfekte“ Röstaromen.

Die Nachteile des Weber Summit Charcoal Grills zusammengefasst:

Wo Licht ist, ist auch Schatten und auch da sind uns ein paar Dinge aufgefallen die nicht so ganz zum „perfekten Grill“ für 1999 Euro passen. Fangen wir zunächst unten am Grill an. Die vordere Rolle macht einen  wertigen und stabilen Eindruck, außerdem lässt sie sich mit einer stabilen Bremse feststellen. Jedoch kann man die Rolle auch bei festgestellter Bremse um 380 Grad drehen was den Grill bei der Nutzng auf einer glatten Oberfläche (glatte Holzterasse, Pflastersteine, Terrassenplatten) in unschönes „wanken“ versetzt. Ähnlich wie bei einem Schwenkgrill bewegt sich der Grill kreisförmig sobald man etwas zu viel Druck auf den Griff ausübt. Hier sollte man in Zukunft vielleicht noch einmal nachbessern und schauen wie dieses Problem behoben werden kann. Im hinteren Bereich finden sich weiterhin zwei große Plastikrollen. Diese dienen sicherlich zum einen der Wiedererkennung, jedoch hätte man hier vielleicht auch etwas mehr „Wertigkeit“ verbauen können.

Spargel Erdbeer Bruschetta

Perfekt gegart: der Spargel sowie das Steak werden zeitgleich auf dem Grill geräuchert. Anschließend muss man das Steak noch mit Röstaromen versehen und kann alles zusammen servieren.

Schaut man sich den Grill dann weiter oben an fällt auf das die 3 „Einsteckhülsen“ für die Beine oberhalb des Aschetopfes auch beim Summit Charcoal zu finden sind. Wir vermuten das man hier zum einen wieder auf die Wiedererkennung setzt, zum anderen konnte man so allerdings auch die gleiche Technik wie beim Weber Performer oder der Kugel verbauen: der Aschetopf bzw. der Lüftungsschieber wird einfach zwischen den Hülsen für die Füße „geklippt“und hält so fest am Gehäuse. Wiedererkennung oder nicht: wir finden es ist rein optisch ein wenig „merkwürdig“ gelöst allerdings im Gesamtbild zu verschmerzen.

Die Technik die Weber sich beim Kohlerost überlegt hat gestaltet sich in der Praxis schwierig. Das Kohlerost kann einmal unten im Grill positioniert werden um dort zu räuchern. Möchte man direkt grillen soll der Kohlerost auf die zweite Rostebene angehoben werden. Da sich der Gaszünder auf der rechten Seite befindet werden hier die Kohlen entzündet, liegt der Rost nun auf der unteren Position und soll im Anschluss eine „Etage“ angehoben werden, muss man entweder die bereits glühenden Kohlen(mit einem Kohleschieber) bzw. die Kohlekörbe zur Seite schaffen um den Rost optimal anheben zu können, oder man belässt ihn einfach auf der unteren Ebene. Wie gerade bereits angesprochen bekommen wir in unglaublich kurzer Zeit extreme Temperaturen in den Grill, wenn wir uns nun vorstellen der Rost wäre auf der zweiten Ebene gewesen hätten wir unser Steak vermutlich ziemlich schnell verkohlt. Ein wirklicher Nachteil ist das natürlich nicht, jedoch wird es vermutlich den einen oder anderen Nutzer des Grills zunächst etwas verunsichern.

Während des laufenden Betriebs im Niedrigtemperatur-Bereich hat sich gezeigt das das Thermometer Feuchtigkeit gezogen hatte. Als wir dann den Grill aufgeheizt haben verschwand der „milchige Schleier“ im inneren allerdings auch schnell wieder, dennoch werden vermutlich einige Nutzer diesen Umstand bei einem Grill in dieser Preisklasse monieren (der Funktion tut das selbstversändlich keinen Abbruch). Zu guter letzt fiel uns auf das das obere Deckelventil sich beim öffnen des Deckels durch ein hörbares „Klock“ immer wieder von selber verschloss. Hier könnte man vermutlich einfach das komplette Ventil anders herum einbauen um diesen Fehler zu beheben.

Fazit:

Der Weber Summit Charcoal Grill ist kein Grill für Jedermann. Zum einen sind 1999 Euro auch erstmal eine Ansage und zum anderen erhält man für den Preis eben kein „perfektes Gerät“. Die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und die Verwendung mit Briketts oder Holzkohle machen Ihn zu einem „idiotensicheren“ Allrounder. Durch die angebaute Gaszündung ist der Grill binnen kürzester Zeit einsatzbereit und lässt sich mittels der überarbeiteten Lüftersteuerung im nu auf die gewünschte Temperatur einregeln. Durch die isolierte „Außenschicht“ verbraucht der Summit Charcoal Grill deutlich weniger Kohle als es ein Kugelgrill tun würde. Bei der Nutzung fielen uns jedoch ein paar Fehler auf die der Eine oder Andere vermutlich durchaus monieren und anmerken wird. Auch bleibt es fraglich ob sich jeder Kunde das „rundum sorglos Paket“ wünscht. Vermutlich ist der Summit Charcoal kein Grill für Einsteiger und spielt auch nicht gerade in der Preisklasse mit. Was man Weber allerdings zugute halten muss ist die Tatsache das man mit diesem Produkt versucht etwas exklusives zu schaffen. So wird der Grill nicht in jedem Grillshop stehen und schon garnicht im Baumarkt zu finden sein. Auch der Internethandel (der es dem stationären Einzelhandel nicht unbedingt leichter macht) mit diesem Gerät wird sich garantiert in Grenzen halten. Was allerdings passiert wenn ein Kunde sich vorab über den Grill informiert hat, ihn am Wochenende nutzen möchte und der Händler aufgrund begrenzter Kapazität freier Mitarbeiter einen Termin zum Aufbau in der Folgewoche vorschlägt bleibt abzuwarten.

Grundsätzlich erhält man für sein Geld einen soliden Grill der in keinster Weise mit einer Kugel vergleichbar ist. Wo sich der Summit Charcoal genau positionieren wird bleibt erstmal abzuwarten. Auch ob das Konzept rund um den Grill wirklich bis zum Ende gedacht wurde wird die Zeit zeigen. Wer bereits im „Weber Universum“ angekommen ist und einiges an Zubehör besitzt wird mit dem Weber Summit Charcoal vermutlich innerhalb kürzester Zeit sehr  glücklich werden. Wer allerdings noch garnichts aus diesem Bereich besitzt wird vermutlich auch ähnliche Systeme anderer Hersteller begutachten und dann mit sich selbst ausmachen müssen ob der Summit Charcoal das richtige Gerät ist. Alles in Allem können wir allerdings jedem empfehlen sich den Summit Charcoal einmal anzusehen und ihn nicht gleich zu verteufeln.

Geräucherte Spargel Erdbeer Bruschetta mit Steak

By 15. Mai 2016

Nicht nur etwas für den neuen Weber Summit Charcoal Grill ist unser Rezept für eine geräucherte Spargel-Erdbeer Bruschetta mit Steak! Die Bruschetta lässt sich prima vorbereiten so das Ihr am Abend lediglich noch Euer Steak angrillen müsst. Natürlich könnt Ihr statt Erdbeeren auch anderes Obst wie etwa Mango oder Pfirsiche verwenden. Außerdem könnt Ihr auch grünen und weißen Spargel mischen und das ganze zusammen mit Sesam als Salat reichen. Auch eine Asiatische Variante mit Sojasauce und geräucherten Pilzen ist möglich. Es gilt wie immer: erlaubt ist was gefällt!

Zubereitung

Zur Bruschetta:

Das holzige Ende Eures Spargels müsst Ihr abschneiden, anschließend schneidet Ihr den Spargel in etwa 2cm lange Stücke, achtet darauf das die Spargelspitze am Stück erhalten bleibt. Schneidet Ihr die Spitze in der Mitte durch wird sie nach dem räuchern sonst sehr trocken. Im Anschluss gebt Ihr den Spargel in einen Gemüsekorb oder auf eine Platte und stellt Ihn in den indirekten Bereich Eures Grills. Ihr gebt nun eine gute Hand voll Räucherchips auf die Glut oder in Eure Räucherbox beim gasgrill und räuchert den Spargel etwa 20 Minuten an.

Nachdem der Spargel geräuchert ist gebt Ihr Ihn in eine große Schüssel. Die Erdbeeren viertelt Ihr und gebt sie im Anschluss zum Spargel. Die Petersilie wird grob gehackt und zusammen mit einem ordentlichen Schluck Olivenöl, etwas Salz, Pfeffer und Balsamico zu dem Spargel und den Erdbeeren gegeben. Wenn alles einmal ordentlich miteinander vermengt wurde könnt Ihr alles in den Kühlschrank stellen und hier der Masse etwas Zeit geben. Je länger alles ziehen kann umso besser wird später der belag Eurer Bruschetta.

Sobald Ihr anrichtet könnt Ihr das Baguette in etwa 2cm dicke Scheiben schneiden. Nun werden diese Brotscheiben kurz angegrillt und zum Schluss auf dem teller oder einem Holzbrett drapiert. Zum Schluss gebt nehmt Ihr den Belag aus dem Kühlschrank und verteilt diesen auf den Brotscheiben.

Zum Steak:

Das Steak solltet Ihr je nach Dicke mindestens eine Stunde vor dem zubereiten aus dem Kühlschrank nehmen. Ihr könnt es etwa eine halbe Stunde vor dem garen salzen, bitte gebt noch keinen Pfeffer über Euer Fleisch da dieser bei großer Hitze verbrennt und bitter wird. Den Grill heizt Ihr idealerweise mit Holzkohle auf eine Temperatur von etwa 110 Grad vor und richtet einen direkten Bereich (Kohle liegt unter dem Rost) und einen indirekten Bereich (keine Kohle unter dem Rost) ein. Nun legt Ihr das Steak in den indirekten Bereich neben die Kohle und gebt eine Hand voll Räucherchips in die Glut. Nun zieht Ihr das Steak bis etwa 5 Grad unter Eure gewünschte Kerntemperatur.

Im Anschluss macht Ihr alle Regler Eures Grills auf, legt das Steak in den direkten Bereich und grillt es dort für etwa 90 Sekunden pro Seite bei starker Hitze an. Nachdem das Steak noch eine kurze Zeit auf einem Holzbrett ruhen konnte schneidet Ihr es in feine Tranchen, gebt etwas Pfeffer darüber und verteilt die Tranchen auf den Tellern oder stellt das Brett einfach in die Mitte des Tisches.

Getränketipp:

Wir empfehlen Euch einen guten Gin zu diesem Gericht! Wir haben uns für einen Monkey47 Sloe Gin mit Tonic entschieden. Nicht zu aufdringlich und gleichzeitig erfrischend. Ideal für laue Sommerabende.

Guten Appetit und nicht vergessen: bleibt neugierig auf´s Essen!


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