Buchvorstellung: Burger Unser

Es gibt Bücher die man nicht unbedingt braucht… und dann gibt es Bücher die so ziemlich jeder der sich etwas in eine gewisse Materie einlesen möchte besitzen sollte. Genau so einen Fall haben wir hier beim „Burger Unser“ aus dem „Callwey“ Verlag. Dieses Werk sollte in keinem Hause fehlen, zumindest in keinem Hause in dem man sich mit Burgern, der richtigen Zubereitung und verschiedenen Burger Rezepten auseinandersetzt. Der Titel „Burger Unser“ ist gerade hier im erzkatholischen Sauerland schon ein Hingucker für sich. Blickt man dann aber in´s Buch wird einem erst richtig klar was man bisher alles im Bereich Burger verpasst hat.

Ein Blick in´s Burger Unser:

Nach einem flüssig zu lesenden Vorwort (welches sich wirklich lohnt) kommen wir direkt zu einer Grundlage der Burger Zubereitung: den Bun´s! Das Bun (Burgerbrötchen) ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Bestandteil eines Burgers. Ohne die perfekten Bun´s kann der Burger noch so nett aussehen, er wird es nicht zur vollen Perfektion bringen. Im ersten Kapitel des Buches gehen die Autoren direkt auf dieses Thema ein. Wir lesen Überschriften wie „Der stille Held des Burgers“ oder auch „Pappkameraden“ und können uns schnell ein Bild davon machen was die Autoren des Buches von Supermarktware halten. Doch statt einfach nur zu „Lästern“ lässt man Taten folgen und zeigt in einer Schritt für Schritt Anleitung gleich wie man schöne Burgerbrötchen herstellt. Alles gut beschrieben und einzeln bebildert: das bekommt sogar ein Kochlegastheniker hin! Wenn man dann einmal verstanden hat wie man Burger Bun´s zubereitet, hat das „Burger Unser“ auch gleich noch viele weitere Rezepte auf Lager. Toll finden wir den Teil „Pimp your Bun“ in dem viele Zutaten aufgelistet sind die Ihr perfekt in Euer Brötchen einarbeiten könnt. Langeweile am Rost oder auf der Hand gehört damit der Vergangenheit an, oder wärt Ihr auf die Idee gekommen Tacochips, Erbsen, Mini-Smarties oder Rotkohlsaft in Euren Teig zu kneten?

Im zweiten Kapitel dreht sich dann alles um den eigentlichen „Star“ des Burgers. Die Autoren wenden sich dem Fleisch zu und auch hier lassen die einzelnen Überschriften schnell keinen Zweifel daran wie die Autoren „ticken“. „Supermarkthack ist keine Option“, „Just Beef Please“ oder „Ihr esst was Euer Essen gegessen hat“ lassen erahnen das die Autoren Punkte wie Fleischqualität, Reifeverfahren und die richtige Struktur des Fleisches über alles stellen. Wichtig dabei ist zu wissen das Sie dies NICHT mit erhobenem Zeigefinger tun, sondern jedem nach lesen des Buches die Wahl lassen was Er/Sie tut. Nachdem wir nun also das richtige Fleisch gefunden haben widmet man sich wieder den Rezepten zu. In einer gut bebilderten Anleitung wird erklärt wie man seine eigenen Pattys herstellt, welches Fleisch sich eignet und was es sonst so zu beachten gibt. Die beiden „Basics“ eines guten Burgers sind damit gut beschrieben, bebildert und verständlich rübergebracht. Auch bei den Pattys finden wir wieder die Kategorie „Pimp your Patty“ mit vielen Ideen, Anregungen und Rezepten.

Die Bilder und Rezepte im "Burger Unser" sind mit nur einem Wort zu beschreiben: großartig! Wer da nicht Lust auf´s nachbauen bekommt ist selber Schuld!

Die Bilder und Rezepte im „Burger Unser“ sind mit nur einem Wort zu beschreiben: großartig! Wer da nicht Lust auf´s nachbauen bekommt ist selber Schuld!

Weiter geht es mit dem Kapitel „Soßen“ und hier war ich wirklich erstaunt welch eine Fülle hier präsentiert wird. Manch ein reines Soßenbuch könnte sich hier eine dicke Scheibe von abschneiden. Egal ob Ihr eine gute Mayonnaise (in mehrfacher Form und Farbe) sucht, Ihr Euren eigenen Ketchup herstellen mögt oder es etwas ausgefallener sein darf (Rauchmandel-Parmesan Ketchup, Käse Eigelb Creme), das „Burger Unser“ hat das passende Rezept auf Lager.

Ein Burger ohne Beilagen ist wie ein Steak ohne Salz – irgendwie nicht richtig! Auf den nachfolgenden Seiten wird diesem Thema eine Menge Platz eingeräumt. Neben den „Klassikern“ wie „frittierte Kartoffeln“ finden wir noch „gebackenes Gemüse“, „rohe und gegarte Kost“ sowie „Eingelegtes“ und „die Spezialisten“ wie Spitzkohl & Senf oder Spargel & Sesam“. Der Teil „Eingelegtes“ hat es uns hier besonders angetan. Egal ob Rotkohl, Pak Choi oder Zwergorangen – das Buch versteht durch schöne Bilder und gute Rezepte den Blick von“klassischen“ Beilagen abzulenken. Hier wurde wirklich sehr kreativ gearbeitet, uns jedenfalls hat dieses Kapitel gezeigt das es nicht immer „Pommes“ sein müssen.

Bevor wir nun zu den „Burgern“ kommen hat man im Buch die 10 Burger Gebote abgedruckt. Hier werden die 10 wichtigstens Punkte kurz und knackig zusammengefasst. Sie reichen von „Backt Eure Buns selbst“ bis hin zu „vergesst die kalten Getränke nicht“ und sind auch wieder ohne den häufig zu lesenden erhobenen Zeigefinger geschrieben. Besonders wichtig ist nämlich hier Punkt 10 „Privatsache“ (Zitat: Ihr wollt eine 2cm dicke Tomatenscheibe? Würde ich nicht machen, aber bitte. Jeder so, wie er mag.“.

Kommen wir nun zum „Kernthema“ des „Burger Unser“ und wie der Name schon verrät handelt es sich dabei um? Na klar: BURGER! Hier müssen wir zunächst einmal die Bilder ansprechen, wer bei Betrachtung der wirklich hervorragenden Fotos nicht Lust auf mehr bekommt ist entweder Krank oder hat keinen Geschmack! Besonders Lustig auch das jeder Burger mit einem „Sauereifaktor beim Essen“ ausgestattet ist. Hier könnt Ihr gleich sehen was auf Euch zukommt wenn Ihr den Burger serviert. Auch schön ist das durch kleine „Embleme“ direkt darauf hingewiesen wird ob es sich bei dem Burger um ein Gericht mit Rind, Schwein, Fisch, Geflügel, Gemüse oder Wild handelt. Ferner findet sich ein „Level“, dieses dient vermutlich dazu dem Leser zu zeigen wie viel Arbeit, Zeit und Erfahrung bei der Zubereitung gefordert wird (es reicht von 1/5 bis 5/5).

Die Rezepte sind sehr übersichtlich und strukturiert geschrieben. Finden wir auf einer Seite einen Burger, so können wir gleich auf einen Blick sehen was zubereitet werden muss und welche Zutaten benötigt werden. Selbst das „Anrichten“ des Burgers wird detailliert beschrieben und so sollte es für jeden am Ende ein leichtes sein die Burger annähernd so wie auf den Fotos wirken zu lassen. Für jeden Geschmack sollten die passenden Burger dabei sein und wann bereitet man schon einen “ Bad-Ass-Burger“ einen „Attila“ oder einen „Musseltoff“ mit Muscheln zu? Kurz gesagt: hier findet jeder seine perfekte Burger Idee.

Auf den letzten Seiten finden wir dann noch ein paar „Grundrezepte“ wie etwa ein Rezept zu einem Fischfond, einer Farce oder einem Pesto. Als ob das nicht schon genug wäre gibt es eine Aufstellung der „Besten Burgerläden“ großer Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier wird durch das Buch ein wirklicher Mehrwert geschaffen und man kann gleich beim Besuch einer Stadt, den Besuch eines Burgerladens mit einplanen. Zu guter letzt stellen sich die „Schöpfer“ des Buches noch selbst vor und danken Ihren Freunden und beruflichen Wegbegleitern.

Fazit:

Lohnt es sich das Buch zu kaufen.? Wir waren selten so überrascht, erfreut und gefesselt beim durchblättern eines Kochbuchs! Das „Burger Unser“ ist tatsächlich eines der besten Bücher aus der Kochbuchecke die wir je in den Händen hielten. Auf 287 Seiten findet Ihr viele nützliche Tipps, spannende Rezepte, wichtige Grundlagen und Erklärungen zu den einzelnen Zutaten sowie eine Menge richtig geiler Fotos, die einfach Lust auf mehr machen. Sollte dieses Buch in irgendeiner Weise „gehyped“ werden, geschieht das völlig zu Recht! Selbst Grill & Koch-Einsteiger finden in diesem Buch die passenden Rezepte und können sich durch die verschiedenen Schwierigkeitsstufen langsam steigern. Das „Burger Unser“ fasst alles zusammen was für Freunde des „gepimpten Frikadellenbrötchens“ wichtig ist und befasst sich selbst mit Beilagen, Soßen oder Grundrezepten. Für 38,95 Euro (Deutschland) bzw. 41,50 Euro (Österreich) erhaltet Ihr hier wirklich ein tolles Buch das keine Wünsche offen lässt!

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